German-Oscar ging nach Franken!

Für die beste Blues-, Folk-, Country- und Soulstimme wurde Isabel Morales Rey aus Nürnberg am 14.12.1996 in Sindelfingen mit dem bundesweiten "German-Oscar" ausgezeichnet. Die Sängerin hat mit ihrer Musikformation "isa-projekt" zu Jahresbeginn auch ihr Debut-Album "every day" bei Rockwerk Records vorgelegt.
Sindelfingen 71065 – Deutscher Rockpreis ´97
Auch wenn es recht schwer fiel am Samstag, den 14. Dezember 1996 auf die geliebten Soap Operas auf einem der großen Privatsender zu verzichten, setzten wir uns dann doch ins Auto, um nach Sindelfingen zu fahren. Denn hier fand ein Machtkampf der ganz anderen Art statt.
Welche Ansammlung von schönen, intelligenten, kreativen und vor allem musikalischen jungen Leuten in Deutschland wird die Beste sein? Wir sollten nicht enttäuscht werden, die Unterhaltung war auf jeden Fall besser als in Beverly Hills, am Melrose Place oder im Central Park est. Bereits am Vormittag reisten 17 hoffnungsvolle und aufstrebende Bands in Sindelfingen an, um sich dem Fachpublikum – manchmal gekonnt und manchmal weniger – zu präsentieren. Diese Bands wurden schon vorab durch die Landesentscheidungen als Landessieger gekürt und ins bundestdeutsche Rennen geschickt. Aber das sollte nicht die letzte Hürde gewesen sein, der sie sich zu stellen hatten, denn nicht jede Band war trotz des Status als Landsieger automatisch zur Teilnahme am Bundesrockpreis qualifiziert.
Durch ein ausgeklügeltes Knock Out Verfahren durften sich 9 Bands nach Abhören ihrer Tonträger von ihren Hoffnungen, auf dem Siegertreppchen zu stehen oder wenigstens einen der tollen Sachpreise zu gewinnen, verabschieden.
Am Ende standen die Kombattanten fest:
BAND-WETTBEWERB
- The Heremit (Hessen)
- Blue Iguana (Berlin)
- Kicking Edgar Allan Poe (Baden-Württemberg)
- Boscoe Rich
- Rack Doggs (Bayern)
- Punch (Hamburg)
- Herbert (Saarland)
- Ancient Curse (Bremen)
KÜNSTLER/INNEN-WETTBEWERB
- isa-projekt (Bayern)
KÜNSTLER/INNEN-WETTBEWERB
- isa-projekt (Bayern)
- Vertigo (Bayern)
Besonders auffällig war der verhältnismäßig hohe Frauenanteil in den Bands, was wir lobend zur Kenntnis nahmen. Der Wettbewerb dauerte von 19 Uhr bis 24 Uhr und war teilweise recht ermüdend. Doch es gab auch Highlights, z.B. Punch, die echte Hingucker waren. Super sexy Bühnenoutfit! Und wieder einmal war es der Bassist, der uns besonders gut gefiel. Aber das lag wohl auch an der cool-relaxten Mischung aus dem Bühnenglimmer und dem Seventies Glamour, der da auch den Boxen kam. Wie immer überzeugend und mit dem richtigen Kick präsentierte sich die bayerische Hoffnung auf den Thron. Schade war nur, dass die Halle bestuhlt war, denn manch einer hätte gerne getanzt, hat sich aber nicht getraut. Die Jungs haben das aber dann mit einem gerüttelt Maß an eigenem Körpereinsatz mehr als wett gemacht. Das zeigte sich auch daran, dass plötzlich eine so große Zahl an Fotographen und Kameramännern vor der Bühne stand, wie bei keiner anderen Band.
Langer Rede, kurzer Sinn, da der Wettbewerb auf künstlerisch und technisch sehr hohem Niveau ablief, folgte eine aufreibende Zeit der gespannten Erwartung auf das Ergebnis der Jury. Diese bestand aus sechs Leuten, von denen drei aus der Plattenindustrie geschickt wurden. Dass dieser hohe Anteil natürlich das Ergebnis in Richtung auf Kommerzialisierung recht deutlich beeinflusst, war zwar klar, aber nicht unbedingt vom Veranstalter gewollt. Wir denken, das gibt Grund zur Überarbeitung!
Um ca. 1:30 Uhr wurde nun das lang ersehnte Ergebnis verkündet:
BESTE POP-BANDS
1. Platz: Kicking Edgar Allan Poe
2. Platz: The Heremitts
3. Platz: Rack Doggs
Allerdings wurde jede der teilnehmenden Bands eigens geehrt und auch mit teuren Sachpreisen durch die Sponsoren bedacht.
Spannend wurde es nochmal, als die Gewinner der Einzelwettbewerbe bekannt gegeben wurden, da Schenky, der Sänger von Red Rose (3. Platz im Bayernentscheid) zum besten Rocksänger nominiert war. Leider, leider bekam ein anderer den Preis, und wir nicht den versprochenen Sekt. Schade das!
Allerdings wurde jede der teilnehmenden Bands eigens geehrt und auch mit teuren Sachpreisen durch die Sponsoren bedacht.
Spannend wurde es nochmal, als die Gewinner der Einzelwettbewerbe bekannt gegeben wurden, da Schenky, der Sänger von Red Rose (3. Platz im Bayernentscheid) zum besten Rocksänger nominiert war. Leider, leider bekam ein anderer den Preis, und wir nicht den versprochenen Sekt. Schade das!
Trotzdem konnte Bayern noch mal etwas klotzen, denn so wurde Anna Mardh (Vertigo) zur besten Popsängerin, und Isabel Morales-Rey (Isa-Projekt) zur besten Blues-, Soul- Country- & Folksängerin gekürt. Glückwunsch!
BESTE BLUES-, SOUL-, COUNTRY- & FOLKSÄNGERIN
1. Platz: isa-projekt (Isabel Morales Rey)
BESTE POP-SÄNGERIN
1. Platz: Vertigo (Anna Mardh)
Ein großes Lob auch an den Veranstalter, vor allem an Ole Seelenmeyer, den Vorsitzenden des DRMV, der immer Zeit für ein Schwätzchen mit den leicht angetrunkenen Redakteurinnen des Zentralnervs hatte. Wir sehen uns im nächsten Jahr wieder!
Bild: Isabel Morales Rey (sic!) wurde zur besten Blues-, Soul-, Folk & Countrysängerin gekürt.
Bild: Isabel Morales Rey (sic!) wurde zur besten Blues-, Soul-, Folk & Countrysängerin gekürt.
Musiker Magazin | Ausgabe 1. Quartal 1997 | S. 20 | sad.




